Betriebliches Gesundheitsmanagement – doch nur ewiges Talent?

Betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment — wir schrei­ben das Jahr 2020 – wenn mich Leu­te im pri­va­ten Umfeld fra­gen, was ich den beruf­lich mache, ent­geg­ne ich: „BGM“. Die Rea­li­tät ist, dass mein Gegen­über in der Regel die Stirn run­zelt und mit einem schril­len Unter­ton erwi­dert: „BGM?“ Dabei wird das „M“ meist etwas län­ger betont, als es müss­te, weil die Per­son ein­fach unsi­cher ist, ob sie das von mir gesag­te Wort kor­rekt rezi­tiert hat.

BGM — Betriebliches Gesundheitsmanagement Vorteile

Jetzt könn­te man natür­lich sagen, okay, woher soll denn eine Per­son, die nicht direkt als Gesund­heits­ma­na­ger, Per­so­na­ler oder Geschäfts­füh­rer arbei­tet wis­sen, dass BGM aus­ge­schrie­ben für Betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment steht. Hier geste­he ich mir ja ein, dass sie das nicht unbe­dingt wis­sen muss, aber mei­ner Mei­nung nach soll­te! Als Ange­stell­ter erge­ben sich näm­lich durch ein nach­hal­tig inte­grier­tes Betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment zahl­rei­che Vor­tei­le.

Stel­len Sie sich fol­gen­des Sze­na­rio vor: Ihr Unter­neh­men ver­kün­det im Rah­men einer klei­nen Prä­sen­ta­ti­on, dass sich ab sofort die gesund­heit­li­chen Bedin­gun­gen im Betrieb ver­bes­sern, die Arbeits­be­las­tun­gen sich ver­rin­gern und die gesund­heit­li­chen Risi­ken gesenkt wer­den. Da wür­de selbst Hein Blöd stut­zig wer­den, ent­geis­tert den Blick ein­mal lang­sam von links nach rechts durch die Men­ge schwen­ken, nur um sich zu ver­ge­wis­sern, ob die Kol­le­gen denn gera­de tat­säch­lich das Glei­che ver­stan­den haben.

Fakt ist, dass das Betrieb­li­che Gesund­heits­ma­nage­ment genau das zum Ziel hat.
Fakt ist, dass das Betrieb­li­che Gesund­heits­ma­nage­ment genau das KANN!

Laut wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en bringt jeder in betrieb­li­che Gesund­heit inves­tier­te Euro zwi­schen zwei und zehn Euro. Die Fehl­zei­ten­ra­te wird durch Pro­gram­me der Betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung um durch­schnitt­lich ein Vier­tel redu­ziert. Öko­no­mi­scher Nut­zen = check, also auf die Pfer­de, wir machen jetzt BGM?! Tat­säch­lich beant­wor­te­ten 84 % der Unter­neh­men die Fra­ge, ob BGM für die nächs­ten zwölf Mona­te geplant ist, mit „nein“.

BGM und Ressourcen

Ich habe gro­ßes Ver­ständ­nis dafür, dass neue The­men Res­sour­cen in Form von Zeit und Geld kos­ten. Da hel­fen am Anfang auch nicht immer die unbe­streit­ba­ren Argu­men­te des BGM. Der Beweis: Mei­ne Wenig­keit, ein gro­ßer Man­go-Lieb­ha­ber, hat erst bei der gefühlt hun­derts­ten Man­go recher­chiert, wie man sie rich­tig auf­schnei­det, ohne die gan­ze Küche und sich sel­ber zu besu­deln. Jetzt spa­re ich mir viel Zeit und Leid! Aber die Über­win­dung, mei­nen sicht­bar nicht zufrie­den­stel­len­den Pro­zess zu opti­mie­ren, hat gedau­ert.

Mei­ne Erfah­run­gen zum BGM decken sich mit den Ergeb­nis­sen des 20.iga reports. In der Stu­die wur­den Unter­neh­men gefragt, war­um Sie sich gegen die Ein­füh­rung eines Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ment ent­schie­den haben. Für 88 % der Unter­neh­men hat das Tages­ge­schäft ein­fach Vor­rang. 76 % der befrag­ten Unter­neh­men ver­wie­sen auf die feh­len­den Res­sour­cen, die für die Imple­men­tie­rung not­wen­dig wären. Inter­es­san­ter­wei­se sehen rund die Hälf­te der befrag­ten Unter­neh­men (mit BGM) den wirt­schaft­li­chen Nut­zen als TOP-Argu­ment dafür, war­um ein Unter­neh­men sich für BGM ent­schei­den soll­te.

Potenziale des BGM

Hal­ten wir inhalt­lich fest – die­je­ni­gen, die das Betrieb­li­che Gesund­heits­ma­nage­ment bereits umset­zen, emp­feh­len es wei­ter. Ja, ich ken­ne die Her­aus­for­de­rung, man muss unter ande­rem Res­sour­cen inves­tie­ren und sich letzt­lich über­win­den. Vom Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ment pro­fi­tie­ren aber sowohl die Arbeit­neh­mer als auch der Arbeit­ge­ber. War­tet nicht hun­der­te von meta­pho­ri­schen Man­gos ab, son­dern nutzt die Poten­zia­le des BGM.

Das Betrieb­li­che Gesund­heits­ma­nage­ment darf sich am Ende kei­nes­falls unter dem Sta­tus „ewi­ges Talent“ in der Geschich­te ver­ewi­gen…