Augengesundheit in der modernen Arbeitswelt

Augen­ge­sund­heit, einen Augen­blick vor dem Dis­play — Laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt ver­brin­gen ca. 21 Mil­lio­nen Deut­sche ihren Arbeits­all­tag vor dem PC. Das ist nicht nur anstren­gend für den Geist, son­dern eben­so für die Augen. Vor allem, wenn auch nach der Arbeit der Blick wei­ter­hin auf künst­li­che Licht­quel­len, wie Smart­pho­ne, Tablet oder TV gerich­tet ist. Damit uns die Scharf­sicht unse­rer Augen lang­fris­tig erhal­ten bleibt, ist es wich­tig über die Aus­wir­kun­gen einer inten­si­ven Bild­schirm­be­trach­tung auf das Seh­ver­hal­ten Bescheid zu wis­sen. Eben­so wie über effek­ti­ve Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men.

Ein Gedan­ken­ex­pe­ri­ment: Sie bli­cken mit einer Tas­se Kaf­fee in der Hand aus dem Fens­ter und erbli­cken die ers­ten, war­men Son­nen­strah­len des Tages. Sie atmen tief durch und beob­ach­ten in der Fer­ne, wie sich das gol­de­ne Licht der Mor­gen­son­ne lang­sam aus­brei­tet…

Soll­te das Ihrem täg­li­chen Mor­gen­rhyth­mus ent­spre­chen, gehö­ren Sie wahr­schein­lich zu der glück­li­chen Aus­nah­me. Für die meis­ten Deut­schen fällt der ers­te Blick am Mor­gen nicht auf die war­men Son­nen­strah­len, son­dern auf blau­es-künst­li­ches Licht. Denn davon sind wir zu jeder Tages- und Nacht­zeit von allen Sei­ten umge­ben. Sei es in Form von Auto­schein­wer­fern, Smart­pho­ne, Wer­be­ta­fel, Fern­se­her, Tablet oder PC. Die ver­än­der­te Sicht­wei­se in einer New-Work-Gesell­schaft hat Kon­se­quen­zen auf unser Seh­ver­hal­ten.
Ein Grund dafür ist die per­ma­nen­te Nähe zum Betrach­tungs­ge­gen­stand.

Ein Blick auf das Display geht eben nicht in die Weite.

Durch das kon­zen­trier­te Beob­ach­ten des Moni­tors blin­zeln wir weni­ger, unse­re Augen müs­sen sich dau­er­haft scharf­stel­len und bewe­gen sich weni­ger. Mit der Zeit pas­sen sich unse­re Augen die­ser gewohn­ten Ent­fer­nung an und es fällt zuneh­mend schwe­rer auch in der Fer­ne noch scharf zu sehen. Ein dau­er­haft fixier­ter Blick trägt nicht nur zur Ver­än­de­rung der Seh­schär­fe bei, son­dern ist auch ein Grund für ins­ge­samt zu wenig Augen­be­we­gung. Blick­wech­sel, Blin­zeln und Pupil­len­be­we­gun­gen neh­men ab, eben­so wie die dadurch ange­reg­te Pro­duk­ti­on der Trä­nen­flüs­sig­keit. Die Augen wer­den tro­cken, müde oder bren­nen und es kön­nen sogar Miss­emp­fin­dun­gen wie Kopf­schmer­zen oder Schlaf­stö­run­gen auf­tre­ten.

Bildschirmbetrachtung — Augengesundheit und das Blaue Licht

Für die Schlaf­stö­run­gen ist aller­dings nicht die feh­len­de Trä­nen­flüs­sig­keit oder kurz­sich­ti­ge Kon­zen­tra­ti­on ver­ant­wort­lich, son­dern die inten­si­ve Bestrah­lung unse­rer Augen mit blau­em Licht. Die­ses Licht wirkt sich beson­ders stark auf die Unter­drü­ckung des Schlaf­hor­mons Mela­to­nin aus. Einer­seits füh­len wir uns nach län­ge­rer Bild­schirm­be­trach­tung wacher und akti­ver. Ande­rer­seits kann dadurch unser Ruhe- und Ein­schlaf­pro­zess gestört wer­den.

Die eigene Augengesundheit zu fördern

Auch wenn sich der Blick auf den Moni­tor wahr­schein­lich nicht kom­plett ver­mei­den lässt gibt es vie­le Mög­lich­kei­ten, die eige­ne Augen­ge­sund­heit zu för­dern. Der wahr­schein­lich ein­fachs­te Tipp: Gön­nen Sie Ihren Augen regel­mä­ßi­ge Pau­sen! Schau­en Sie weg vom Dis­play in die Wei­te. Las­sen Sie Ihren Blick schwei­fen, kon­zen­trie­ren Sie sich auf einen Gegen­stand in der Fer­ne oder schlie­ßen Sie Ihre Augen für einen Moment. Das ent­spannt nicht nur Augen, son­dern auch Psy­che. Auch Übun­gen sind hilf­reich: Schau­en Sie schnell und abwech­selnd nach rechts, links, oben, unten und bewe­gen Sie dabei nicht den Kopf, son­dern nur die Pupil­len. Sie kön­nen genau­so gut mit den Augen Rol­len oder an den Umris­sen eines (wei­ter ent­fern­ten) Objekts ent­lang­glei­ten.

Tipps gegen Kopfschmerzen und trockenen Augen

Bei Kopf­schmer­zen und tro­cke­nen Augen kann eine leich­te Selbst­mas­sa­ge Lin­de­rung ver­schaf­fen. Dafür mit krei­sen­den Fin­ger­be­we­gun­gen leich­ten Druck auf die Schlä­fen aus­üben und sanft über die geschlos­se­nen Augen strei­chen.
Und um die Blau­licht­be­las­tung zu redu­zie­ren lässt sich an fast jedem Smart­pho­ne und Moni­tor ein Blau­licht­fil­ter ein­schal­ten. Die­ser ist ent­we­der bereits als Stan­dard­funk­ti­on instal­liert oder kann als kos­ten­lo­se App run­ter­ge­la­den wer­den.

Zum Abschluss nochmal ein Gedankenexperiment:

Anstatt den letz­ten Augen­blick des Tages auf ein Dis­play zu rich­ten, schau­en Sie in eine rie­si­ge, wei­te, natür­li­che Licht­quel­le: Nach oben in die Ster­ne. Wahr­schein­lich wer­den sich nicht nur Ihre Augen ent­span­nen…